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Geschrieben von Administrator
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21.09.2004 |
Technisches Hilfswerk
"Menschen in Not zu helfen stärkt das Selbstbewusstsein und öffnet den Blick für die Realität"
Beim THW angefangen habe ich am 20.08.1992. Damals musste ich mich auf acht ( Jahre verpflichten.
Inzwischen wurde - nachdem auch die Bundeswehrzeit mehrmals verringert wurde - auch die THW-Zeit auf sieben (7) Jahre verkürzt. Dies galt auch rückwirkend für alle laufenden Verpflichtungen, so dass ich am 20.08.1999 aus dem THW austreten konnte.
Inhalt
Allgemeines zum THW
Das THW ist über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Jeder dieser Ortsverbände hat einen bestimmten Schwerpunkt - die sogenannte Fachgruppe. In Northeim ist dies die Fachgruppe Räumen. Dieser Ortsverband ist z.B. mit einem Radlader ausgestattet. Andere Fachgruppen wären z.B. Elekro, Ölschadenbekämpfung, Wasserversorgung, ...
Diese Fachgruppen sind so über Deutschland verteilt, dass bei großen Einsätzen die entsprechend benötigten Gruppen sehr schnell zum Einsatzort kommen können.
Einsatz und Verwendungsmöglichkeiten des THW
Aufgrund der vielseitigen Verwendungsbreite ist eine umfassende Einzeldarstellung aller Einsatzmöglichkeiten des THW in diesem Rahmen nicht möglich. Pflichtaufgaben von Feuerwehr oder Rettungsdienst gemäß den landesgesetzlichen Regelungen werden nicht berührt, das THW wird hier unterstützend im Rahmen der Amtshilfe tätig.
Bei allen Unglücksfällen:
-
Bereitstellung von Einsatzkräften zur Unterstützung
zuständiger Behörden und Organisationen
-
Bereitstellung von Transportkapazitäten
-
Ausleuchten von Schadensstellen
-
Mitwirkung im Führungs- und Leitungsbetrieb bei
Großeinsätzen
-
Aufbau und Betrieb von Fernsprech- und Funkeinrichtungen
(z.B. Relaisstationen)
-
Versorgungsmaßnahmen (z.B. Verpflegung, Betriebsstoffe,
Fahrzeug- und Geräteinstandsetzung)
Bei Unfällen im Personen- und Güterverkehr:
-
Befreien eingeklemmter Personen
-
Beseitigen oder Eindämmen akuter Gefahren
-
Sichern und Abtransport gefährlicher, verderblicher oder
eiliger Güter
-
Bergung von Sachwerten
-
Sicherung der Verkehrswege
-
Beseitigung von Verkehrshindernissen, Bergung havarierter
Verkehrsmittel,
-
Umweltschutzmaßnahmen
Bei Bränden:
-
Mitwirkung bei der Personenrettung und -bergung aus Höhen
und Tiefen
-
Mithilfe bei Evakuierungsmaßnahmen
-
Bergung von Tieren und Sachwerten
-
Sichern oder Niederlegen von einsturzgefährdeten Gebäuden
oder Gebäudeteilen
-
Räumen von Brandschutt usw.
-
Beseitigung von Tierkadavern
-
Einrichten von Wasserentnahmestellen an
Oberflächengewässern
-
Unterstützende Wasserförderung bzw.
Schmutzwasserförderung
-
Anlegen von Brandschneisen bei Flächenbränden
Bei beschädigten oder zerstörten Gebäuden:
-
Orten von verschütteten Personen durch elektronische
Ortungsgeräte (und Hundestaffeln)
-
Retten und Bergen Verschütteter aus Gefahrenlagen (auch
aus Höhen und Tiefen)
-
Sichern und Niederlegen einsturzgefährdeter Gebäude / -Teile
-
Beseitigen bzw. Räumen von Trümmern
Bei Wassergefahren:
-
Mitwirkung bei der Rettung bzw. Bergung von Menschen,
Tieren und Sachwerten
-
verschiedenste Transportaufgaben auf dem Wasser mit Booten,
Pontons, Fähren
-
Herstellen behelfsmäßiger Übergänge (Brücken, Stege)
-
Bau von Uferbefestigungen
-
Mitwirkung bei Hochwasserschutzmaßnahmen
-
Bau von Anlegestellen
-
Aufbrechen von Eis, Beseitigung von Treibeis
-
Bergung und Beseitigung von Treibgut
-
Notbeleuchtung von Einsatzstellen
-
Pumparbeiten
-
Aufräum- und Reinigungsarbeiten nach Hochwasser
Bei sonstigen Schadensfällen:
-
Abstützungen und Aussteifungen im Hoch- und Tiefbaubereich
-
Handwerkliche Bearbeitung von Holz, Metall und Stein im
Rahmen der Einsatzaufgabe
-
temporäre Stromversorgung von Gebäuden und anderen
Objekten
-
Beseitigen von Hindernissen nach Sturm- oder Schneebruch
-
Herrichten von behelfsmäßigen Wegen und Übergängen
-
Bau von Brücken
-
Errichten von Notunterkünften (inkl. Installationen)
-
verschiedene Transporte in Notlagen
-
Mitwirkung bei der Ölschadensbekämpfung zu Lande und zu
Wasser
-
Unterstützung bei Umweltschutzmaßnahmen
-
Zusammenarbeit mit den Ver- und Entsorgungsträgern bei der
Gefahrenabwehr und Störungsbeseitigung
-
Durchführung von Sprengarbeiten (z.B. Holz, Stahl, Eis,
usw.)
-
Suche nach vermissten Personen
-
Sicherungs- und Ordnungsdienste
-
Bereitstellung von Unterkünften für Einsatzkräfte,
Behörden und Organisationen
Wer kann mitmachen und wie?
Mitmachen kann jeder! Meistens gewinnt das THW neue Mitglieder durch junge Männer, die nicht zur Bundeswehr wollen. Das soll aber nicht heißen, dass es nicht auch anders geht: man kann dem THW auch beitreten, wenn man seine Bundeswehrzeit schon hinter sich gebracht hat. Außerdem können auch Frauen dem THW beitreten sowie Jugendliche und Kinder von 8 bis 17 Jahren der Jugendgruppe.
Geboten wird so einiges. Es werden regelmäßig Lehrgänge für verschiedenste Fachausbildungen (Brennschneiden, Atemschutz, Sprengen, Bootsführer, Kraftfahrer, u.v.a.m.) angeboten, deren Teilnahme kostenlos ist. Man lernt neue Freunde kennen und im Team zu arbeiten und so wirksam Hilfe zu leisten.
Wie kannst Du mitmachen? Wenn Du dem THW beitreten möchtest, brauchst Du nur einmal bei einem Ortsverband vorbeizuschauen oder anzurufen. Ein paar Adressen findest Du weiter unter bei den Links. Komm doch einfach mal vorbei. In jedem Ortsverband wirst Du weitere Informationen bekommen.
Wenn Du also Spaß daran hast, anderen Menschen zu helfen, dann schau doch einfach mal vorbei - wir freuen uns!
Mein Weg im THW
Beim THW angefangen habe ich im August 1992. Die Überlegungen waren zunächst sehr rational: Ich hatte einen guten Job - diesen hätte ich wahrscheinlich verloren, wenn ich für über ein Jahr wegen der Bundeswehr ausgefallen wäre. Über einen Arbeitskollegen kam ich mit dem THW in Kontakt. Nach einem ersten Besuch stand der Entschluss fest: Ich werde Helfer beim THW!
Zunächst landete ich in der Ausbildungsgruppe wo ich alle Grundkenntnisse erwerben konnte: Umgang mit Seilen (Stiche & Bunde), Holz- und Metallbearbeitung, Umgang mit Leitern, Abstützen und Aussteifen von einsturzgefährdeten Gebäuden, Ausleuchten von Einsatzstellen und vieles andere mehr. Die Grundscheinprüfung bestand ich und so kam ich als Helfer in die 2. Bergungsgruppe.
Hier lernte ich noch mehr (z.B. fahren auf dem Wasser, Bergen aus Höhen und Tiefen, etc..) und hatte viel Spaß mit meinen Kameraden. Immer Freitags fanden die Dienstabende statt. Hier hielten wir unser Wissen frisch und übten immer wieder wichtige Handgriffe, reinigten unsere Gerätschaften und hin und wieder grillten wir anschließend gemütlich. Es kam auch vor, dass wir uns Samstags ab 8.00 Uhr trafen, um z.B. Bäume zu fällen um unser Holzlager aufzurüsten.
Am interessantesten waren aber die echten Einsätze! So war ich z.B. beim großen Hochwasser in Staßfurth (in den neuen Bundesländern) dabei, wo wir Tage und Nächte damit verbrachten Hunderte von Kellern leer zu pumpen. Das war zwar eine ziemliche Strapaze, aber von den meisten Betroffenen wurden wir sehr herzlich empfangen und immer gut verpflegt (mit Kaffe, Tee, Suppe, Brot und selbstgemachter Wurst, ...).
So manche kuriose Geschichte konnte man hier erleben: z.B. beim Hochwasser in Hann-Münden fragten wir eine betroffene Dame, ob wir unsere Tauchpumpe an Ihren Hausstrom anschließen dürften. Kein Problem sagte Sie und ging mit dem 50m Verlängerungskabel durch Ihre Wohnung und schloss die 1000 Watt (? bin nicht sicher - aber sehr viel Watt!) Pumpe an. Nach einer halben Stunden lief sie völlig verwirrt und schockiert auf uns zu und rief "Mein Alibert, mein Alibert..!". Ein Kamerad dachte, sie könnte vielleicht einen kleinen Hund, Meerschweinchen oder so meinen lieft auf sie zu und frage was los sei. Darauf hin stellte sich heraus, dass Sie Ihren Spiegelschrank im Badezimmer meinte, an dem sie unsere Pumpe angeschlossen hatte - dieser fing nun langsam an zu schmelzen und die Plastikblende lief langsam am Spiegel herunter Darauf hin ließ sie sich dann überzeugen die Pumpe an einen "richtigen" Anschluss zu klemmen...
Für ungefähr ein Jahr wurde ich dann Gruppenführer für die 2. Bergungsgruppe. In dieser Zeit hatte ich die Verantwortung für die Einsätze und die Ausbildung meiner Gruppe von 12 Helfern. Mir blieb so manches mal das Herz stehen, wenn bei einem Einsatz etwas nicht ganz so klappte, wie man es geplant hatte. Aber es viel Spaß gemacht.
Anschließend kam ich in den OV-Stab als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit. Jetzt hatte ich alle Hände voll zu tun die verschiedensten Berichte für Zeitungen und Aushänge zu schreiben. Wir hatten inzwischen auch unsere eigene Zeitung "Wir für Northeim" die ich mit viel Liebe zum Detail etwa vier mal im Jahr mit Leben füllte.
Und am 20.08.1999 war es soweit: Nachdem die Verpflichtungszeit von acht auf sieben Jahre heruntergesetzt wurde, konnte ich aus dem THW austreten. Dies geschah mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich konnte leider nicht weiter dabei bleiben, weil ich einfach nicht mehr genügend Zeit aufbringen konnte. Wenn ich irgendetwas mache, dann möchte ich es richtig machen - und genau das war zum Schluss nicht mehr möglich - leider. Aber ich trenne mich in Freundschaft und werde mich soweit es geht auf dem laufenden halten.
Danke an das gesamte THW-Northeim für eine wirklich tolle Zeit!
Weitere Infos könnt Ihr hier finden:
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Letzte Aktualisierung ( 21.09.2004 )
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